18
Okt

Finanzierung der Altenpflege in der Schweiz

Die Finanzierung der Altenpflege ist ein wichtiger Aspekt des schweizerischen Gesundheitswesens, da die Bevölkerung des Landes immer älter wird. Die Schweiz hat ein gut etabliertes Gesundheitssystem, das sicherstellt, dass die Bedürfnisse älterer Menschen in Bezug auf Pflege und Betreuung erfüllt werden. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Finanzierung der Altenpflege in der Schweiz.

Gesetzliche Krankenversicherung: Die schweizerische Altenpflege ist in erster Linie durch die obligatorische Krankenversicherung (LaMal) gedeckt. Die meisten älteren Menschen sind gesetzlich verpflichtet, sich bei einer Krankenversicherung anzumelden. Die Kosten für medizinische Versorgung und Behandlungen, einschließlich Pflege, werden weitgehend von der Krankenversicherung übernommen. Die Versicherten zahlen Prämien und haben eine jährliche Selbstbeteiligung.

Pflegezusatzversicherung: Obwohl die obligatorische Krankenversicherung einen Großteil der medizinischen Kosten abdeckt, gibt es auch Kosten im Zusammenhang mit der Langzeitpflege, die nicht von der Grundversicherung gedeckt sind. Hier kommt die Pflegezusatzversicherung ins Spiel. Diese Police deckt die Kosten für stationäre Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste.

Finanzierung durch die Kantone: In der Schweiz sind die Kantone für die Planung und Bereitstellung von Langzeitpflegeeinrichtungen und -diensten verantwortlich. Sie erhalten finanzielle Unterstützung von den Gemeinden und tragen einen Teil der Kosten für die Pflege älterer Menschen. Diese Finanzierung ermöglicht es den Kantonen, qualitativ hochwertige Pflegeleistungen anzubieten.

Ergänzungsleistungen: Ältere Menschen mit geringem Einkommen können Anspruch auf Ergänzungsleistungen (EL) geltend machen. Diese Leistungen werden vom Bundesamt für Sozialversicherungen berechnet und gewährt, um sicherzustellen, dass auch Menschen mit beschränkten finanziellen Mitteln angemessene Pflege und Betreuung erhalten.

  Eigenbeteiligung: Trotz der verschiedenen Finanzierungsquellen und Unterstützungsmaßnahmen gibt es oft eine gewisse Eigenbeteiligung der betroffenen Personen und ihrer Familien. Diese Selbstbeteiligung kann je nach Einkommen und Vermögen variieren.

 Soziale Dienste: Die Schweiz verfügt über ein Netzwerk von sozialen Diensten, die älteren Menschen und ihren Familien Unterstützung anbieten. Dazu gehören Mahlzeiten auf Rädern, Tagesstätten und Heimhilfe, die älteren Menschen helfen, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben.

     Die Finanzierung der Altenpflege in der Schweiz basiert auf einem System der sozialen Solidarität, das sicherstellt, dass die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Kosten für die Altenpflege in der Schweiz hoch sein können, und die Regierung unternimmt Schritte, um die Langzeitpflege erschwinglicher zu gestalten und die Qualität der Pflege zu verbessern.      Die Finanzierung der Altenpflege bleibt ein wichtiger Diskussionspunkt in der schweizerischen Gesundheitspolitik, da die Bevölkerung weiter altert und die Bedürfnisse älterer Menschen weiter steigen.

Prof. Jan Antoni Prochowski

Weltverband für Medizinrecht

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